Derbysieg gegen Preßnitztal

Eine WhatApp–Gruppe ist schon etwas Schönes. Durch die einfache Angabe eines Daumens, wahlweise nach oben oder unten gerichtet, kann man in bester Gaius–Iulius–Caesar–Manier über Wohl und Wehe des Trainings oder Pflichtspiels befinden. Dazu braucht es noch nicht einmal Subjekt, Prädikat oder gar Objekt und die adverbiale Bestimmung. Die Auswirkungen dieser in der Regel ohne nachvollziehbare Begründung abgesetzten Meinungsäußerung sind aber dennoch immens. Denn zur Ausübung eines Fußballspiels baucht die WhatsApp–Gruppe mindestens elf nach oben gerichtete Daumen. Und nehmen wir es vorweg: Viel mehr waren es zum Derby gegen den FV Rot–Weiß Preßnitztal auch nicht. Beide Torhüter verletzt und dazu noch eine Handvoll anderer Spieler teils sehr kurzfristig nicht einsatzbereit. Probleme, die diesmal Trainer Marko Lötsch nicht zum verzeifeln brachten–er weilt im verdienten Urlaub. Für ihn übernahm Kapitän Rico Pollmer das Training sowie die Aufstellung. Da mit Sechser Denny Schreiter und Abwehrchef Konstantin Lötzsch zwei wichtige Defensivsäulen wieder zur Verfügung standen, entschied er sich für die etwas unerwartete Variante "Mitte dicht!", welche auf John Langer als klassischen Libero setzte. Dazu noch einen "Oldschool"–Manndeckerauftrag für Verteidiger Lötzsch, der sich im Schwerpunkt um Stefan Lohs zu kümmern hatte und letztlich noch zwei Sechser vor das Ganze. Offensiv waren die "Kugelbaam–Kicker" ansich sehr ordentlich aufgestellt. Auf den ersten Blick schmerzte lediglich der verletzungsbedingte Ausfall von Tom Hünel. Als einzige Wechseloption hatte Marcus Scholz auf der Ersatzbank freie Platzwahl.

Der Gegner, die Männer vom FV Rot–Weiß Preßnitztal, waren mit zwei derben Niederlagen in die Saison gestartet. Da das letzte Aufeinandertreffen aber gerade einmal etwas mehr als zwei Monate zurückliegt, waren wir uns der Stärken des Gegners durchaus bewusst. Und vor allem in der Anfangsphase hatten die Gäste deutlich mehr vom Spiel. Insbesondere die von Stefan Lohs getretenen Standards sorgten für Torgefahr. Bei der besten Gelegenheit scheiterte Kevin Hofmann nach Lohs–Eckball per Kopf an Ersatzkeeper Michael Ehrig. Die Platzherren brauchten eindeutig zu lange, um sich in der veränderten Startformation zu finden. Etwas glücklich hieß es nach 20 Minuten noch 0:0. Danach kam die SpG Arnsfeld ⁄ Mauersberg so langsam in Schwung und ging nach einer halben Stunde in Führung. Ehrlich gesagt etwas überraschend und dem bisherigen Spielverlauf nach auch nicht unbedingt verdient. Torschütze war Simon Teucher, der eine von Rico Lötsch perfekt getretene Ecke sehenswert ins lange Eck köpfte. Und während bei den Gästen der Spielfaden plötzlich abgeschnitten war, hieß es auf der anderen Seite Startschuss in eine ganz starke Phase. Nur drei Minuten später läuft Kapitän Rico Pollmer einen Preßnitztaler Angriff sauber ab und verlagert das Spiel schnell auf die völlig verwaiste linke Seite, wo der Ball ohne Gegenwehr nach vorn gespielt und schließlich quer in den Strafraum gepasst werden kann. Dort steht Chris Palme, ebenfalls überrascht vom Platzangebot am Elfmeterpunkt, und schiebt zum 2:0 ein. Weitere drei Minuten später das gleiche Spiel über die rechte Seite. Diesmal ist Löser durch und zieht in den Sechzehner. Im dortigen Zweikampf spielt der Gäste–Spieler den Ball klar mit der Hand. Der Schiri pfeift und Rico Pollmer verwandelt sicher vom Punkt.


3:0 innerhalb von sieben Minuten! Die Schwächephase unserer Gäste stark ausgenutzt. Ganz ohne Aufregung ging es aber nicht in die Kabine. Kurz vor dem Pausenpfiff entwischt ein Preßnitztaler Angreifer und kann, leicht bedrängt von Denny Schreiter, in den Strafraum ziehen. Dabei legt er sich die Kugel etwas zu weit vor und Keeper Michael Ehrig fischt sich den Ball. Da keiner der Beteiligten zurückzieht, rappelt es logischerweise im Fünfer. Es ertönt ein Pfiff–Elfmeter! Hä? Wieso das denn? Es gab ja in den ersten beiden Spielen schon zwei sehr umstrittene Strafstöße gegen uns, aber das war eine klare Fehlentscheidung. Keeper Ehrig deutlich früher am Ball und auch der Körperkontakt von Denny Schreiter für solch eine Szene mehr als handelsüblich. Nach Rücksprache mit dem Linienrichter nimmt der Schiri diese Entscheidung dann auch zurück. Die Proteste der Preßnitztaler sind natürlich verständlich und andersherum hätten wir auch nicht mit Kritik gespart. Aber ich denke, die Entscheidung war mutig und richtig. Mit dem Pausenpfiff vergibt Rico Lötsch dann sogar noch die Hundertprozentige aufs 4:0. Wie das gesamte Spiel über, stemmt sich Torhüter Heiko Hermann aber auch hier mit einer starken Parade gegen die Niederlage. Zur Halbzeit war klar, dass die Spielidee von Kapitän Rico Pollmer jetzt funktioniert. Stefan Lohs ist bei Konstantin Lötzsch gut aufgehoben und die Torgefahr der Gäste kam hauptsächlich über Freistöße und Eckbälle. Unsererseits wurde das Spiel gut über die Außenpositionen vorgetragen, wo Michael Löser und Chris Palme reichlich Meter schruppten. Trotzdem sollte es nach der Pause zunächst mit Blick nach hinten weitergehen. Kein schnelles Gegentor kassieren und die zu erwartenden Konter gut ausspielen–so war der Plan. Und auch dieser funktionierte zunächst sehr gut. Preßnitztal kam zwar mit Schwung aus der Kabine, konnte sich aber keine klaren Torgelegenheiten erspielen. Auf der Gegenseite musste Torhüter Hermann hingegen gleich wieder Kopf und Kragen riskieren, um die endgültige Entscheidung zu verhindern. Nach gut einer Stunde war er dann aber auch geschlagen, als Chris Palme ein mit der Geschmeidigkeit eines Pumas und dem Erscheinungsbild eines Zahnstochers vorgetragenes Solo durch die Hosenträger zum 4:0 abschloss. Ohne Zweifel eine ganz starke Aktion unseres Linksaußen.

SG Mauersberg, Fußball

Kapitän Pollmer trifft zum 5:1. Foto: Zimmermann


Nur fünf Minuten später beweist er dann, warum Stürmer im eigenen Sechszehner nix verloren haben. In der Mauer stehend, bekommt er den Ball bei einem Freistoß gegen die Hand. Da gibt es heutzutage auch nichts mehr zu diskutieren. Den fälligen Elfer verwandelt Markus Schaarschmidt halbwegs sicher zum 1:4. Spielwende? Denkste! Nur fünf Minuten später taucht Rico Pollmer völlig frei vorm Gästekeeper auf und schiebt den Ball durch die Hosenträger zum 5:1 über die Linie. Und obwohl der Deckel jetzt eigentlich drauf war, zeigten die Männer vom FV weiterhin Moral. Während der Keeper hinten noch einige Großchancen der SpG Arnsfeld ⁄ Mauersberg vereitelte, gelang vorne sogar das zweite Tor. Erneut war es Lohs, der mit einem seiner gefährlichen Freistöße Markus Schaarschmidt am langen Pfosten findet, der dann die Kugel irgendwie über die Linie mogelt. Torhüter Michael Ehrig unterläuft den Ball und macht daher auch keine sonderlich überzeugende Figur. Ärgerlich, aber letzten Endes auch egal, denn bis zum Schlusspfiff sind es nur noch die Platzherren, die das Spiel bestimmen und eigentlich hätte der Sieg auch höher ausfallen müssen. Trotzdem durften nach dem Schlusspfiff alle mehr als zufrieden sein, denn Leistung und Ergebnis haben gestimmt. Da die Gäste nach sehr gutem Beginn aber rabenschwarze 70 weitere Spielminuten erwischt hatten, darf man das 5:2 auch nicht zu hoch bewerten. Letzte Saison sind wir dem Abstieg erst am letzten Spieltag von der Schippe gesprungen und in zwei Monaten sind fußballerische Quantensprünge eher unwahrscheinlich. Es heißt also: Weiter fleißig arbeiten und Punkte sammeln. Außer nächste Woche, denn da ist Kreispokal. Der führt uns nicht nur auf Neuland, nein sogar nach Neuwelt. In der seit 1976 akribisch geführten Statistik der SG Mauersberg ist bislang kein Eintrag über ein Spiel gegen die SG Neuwelt zu finden. Grund genug, gleich mal mit einem Bus anzureisen. Wer bei der Premiere gegen den Schwarzenberger Ortsteil dabei sein möchte, der kann sich noch bei Michael Löser anmelden. Angeblich soll es sogar Bier im Bus geben...

Hier gelangt ihr zu Fotos und dem Spielbericht des FV Rot–Weiß Preßnitztal auf der Facebookseite des Vereins.

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