Tolles Wochenende am Skihang

In diesem Jahr trug die Veranstaltung ihren Namen zu Recht. Denn die Spätsommernachtsparty wurde über das gesamte Wochenende von bestem Spätsommerwetter begleitet. Damit bildete sie natürlich auch einen perfekten Rahmen für den Simson Speedhill am Mauersberger Bodenberg. Eigentlich muss man diesen Wettkampf nicht mehr erklären, denn die inzwischen fünfte Auflage des Motorsportevents genießt mittlerweile auch überregional einen ganz ordentlichen Bekanntheitsgrad. Den wenigen Unwissenden sei jedoch gesagt: Im Prinzip muss man nichts anderes machen, als mit einem (halbwegs als dieses erkennbares) Moped der Suhler Kultmarke Simson den Mauersberger Skihang bergauf bezwingen. Was theoretisch zunächst nach überschaubarem Schwierigkeitsgrad klingt, erweist sich in der Praxis dann doch als anspruchsvolle Aufgabe. Eine durchschnittliche Steigung von gut 25 Prozent, die anspruchsvolle Streckenführung sowie mehrere, teils auch unorthodoxe Hindernisse verlangen den Fahrern nämlich so einiges ab.


Das Speedhill Org–Team um Michael Noack hat sich auch dieses Jahr nicht lumpen lassen und vor allem den oberen Streckenteil, der zudem als Wettkampfort des Prologs am Freitagabend diente, in unzähligen Stunden liebevoll vorbereitet. Doch damit nicht genug, denn auch die gesamte Abteilung Ski hatte sich ordentlich ins Zeug gelegt. Von Bratwurstbude über Festzelt und Hüpfburg bis zum Bierwagen war alles für ein tolles Partywochenende vorbereitet. Natürlich dürfen wir an dieser Stelle auch die Cocktailbar nicht vergessen, welche vor allem mit den speziellen 0,5–Liter–Varianten der Cuba Libre sowie Mojito Klassiker viele Anhänger fand.

Doch bevor es das erste Mal an die Getränke gehen konnte, galt es am Freitagabend ab 20.00 Uhr zunächst den Prolog zu absolvieren. Nachdem 33 Mopeds die technische Abnahme der Dekra–Außenstelle Mauersberg Süd im Parc Fermé überstanden hatten, ging es Mann gegen Mann (denn auch 2019 war leider wieder keine Frau am Start #frauenquote_am_bodenberg?) auf die gut 500 Meter lange Runde vorm Lifthäusel. Insgesamt zweimal mussten dort unter anderem ein Sandkasten, die "grüne Hölle", eine Kellertreppe, mehrere Baumstämme sowie der berüchtigte Sofa–Zielsprung gemeistert werden. Und schon zum Auftakt der Veranstaltung zeichnete sich ab, dass Seriensieger Bert Rollinger auch in diesem Jahr wieder das Maß aller Dinge sein würde. Mit knapp einer halben Minute Vorsprung deklassierte er die Konkurrenz und sicherte sich somit die Pole Position für die Wertungsläufe am Samstag. Auf den Plätzen zwei und drei folgten der Hilmersdorfer Marc Richter sowie der Mildenauer Mark Wieland. Für Mitorganisator Michael Noack war dieses Ergebnis keine Überraschung. "Neben seinen zweifellos großen fahrerischen Fähigkeiten, verfügt Bert auch über das leistungsstärkste Moped" und mit einem Augenzwinkern ergänzte er noch: "Da wurde bei der technischen Abnahme wahrscheinlich nur die Hupe geprüft." Laut Speedhill–Regelwerk sind max. 70 ccm sowie straßenzugelassene Bereifung Pflicht, was den geschickten Tüftlern natürlich jede Menge Spielraum zur "Optimierung" lässt.

SG Mauersberg, Simson Speedhill

Lokalmatador Thomas Bachmann absolviert den Sofasprung ins Ziel. Foto: Anke

Nach der ersten Sunshine–Project Partynacht konnten Fahrer und Organisatoren zunächst einmal ausschlafen, denn der Start zum ersten Wertungslauf erfolgte Samstagnachmittag um 16:00 Uhr. Auch hier waren wieder 33 Fahrer am Start, was einen zu den Vorjahren gleichbleibend großen Teilnehmerkreis bedeutete. Vom Start im Auslauf des Skihanges galt es zunächst, den Steilhang des Bodenbergs zu meistern und dann im Anschluss noch einmal die Strecke des Prologs zu absolvieren. Die Gesamtlänge betrug insgesamt gut 850 Meter und forderte Fahrern sowie Mopeds alles ab. Spektakulär von Wulf Kohlhause in Frack und Zylinder kommentiert, quälten die Piloten ihre Zweiräder mit maximalem Kupplungsschleifen den Berg hinauf und sorgten für Begeisterung bei den unzähligen Zuschauern.
Nach zwei Wertungsläufen war es erneut der Grumbacher Bert Rollinger, der mit einer Gesamtzeit von 5:51 Minuten als Führender zum entscheidenden Matadorenlauf antreten durfte. Ihm folgten die beiden Hilmersdorfer Marc Richter (6:21 min) und Thomas Wolf (6:34 min). Mit 30 Sekunden Vorsprung war allerdings zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass nur ein technischer Defekt Rollingers dritten Sieg in Folge verhindern konnte. Danach folgte ein Novum in der bisherigen Speedhill Geschichte, denn erstmals gab es eine Wildcard für den Matadorenlauf der besten 20 Fahrer aus den beiden vorherigen Wertungen. Da der erst 14–jährige Geyersdorfer Richard Groschupp eben diesen 20. Platz nur um die Winzigkeit einer Sekunde verpasst hatte, durfte er als 21. Starter das große Finale eröffnen und legte mit 4:52 Minuten gleich eine gute Zeit vor. Insgesamt änderte der letzte Lauf des diesjährigen Speedhills aber nicht mehr viel am Gesamtklassement, da sich die vorne platzierten Fahrer auch keine Blöße mehr gaben. Vor allem Rollinger stanzte nochmals eine 2:56 min in die Wiese und blieb damit als Einziger jedes Mal unter der magischen Grenze von drei Minuten.
Für die Gastgeber aus dem Lichterdorf gab es in diesem Jahr nichts zu holen. Michael Noack verpasste als Sechster die Podestplätze um zirka 20 Sekunden und auch für Thomas Bachmann (10. Platz), Jörn Balzer (11.Platz), Mirko Siegel (13.Platz), Kai Groschupp (22.Platz) und Martin Schreiter (25.Platz) zählte diesmal leider nur der olympische Gedanke "Dabei sein ist alles".

SG Mauersberg, Simson Speedhill

Für Mitorganisator Michael Noack war am Ende nur der sechste Platz drin. Foto: Anke

SG Mauersberg, Simson Speedhill

Martin Schreiter, stellv. Sektionsleiter Ski, wird seine Platzierung angesichts des insgesamt tollen Wochenendes mehr als verschmerzen können. Foto: Anke

Bei der gegen 19:00 Uhr durchgeführten Siegerehrung dankte Michael Noack stellvertretend für die zahlreichen Beteiligten allen Fahrern, Organistoren, Helfern und Sponsoren sowie dem Streckensprecher Wulf Kohlhause und fügte erleichtert hinzu, dass es keine schwerwiegenden Ausfälle bei Fahrern oder Mopeds gegeben habe–klammert man die alkoholbedingten im Festzelt mal aus. Zugleich verabschiedete er sich vom sehenswerten Wanderpokal, der nach dem Titel–Hattrick sein Zuhause nun endgültig in der Vitrine von Bert Rollinger findet. Vollendet wurde ein erlebnisreicher Tag am Mauersberger Skilift durch die zweite Festzeltparty mit Live–Musik von Mario Beck sowie der anschließenden Disco unserer Sunshine–Project–DJ´s aus Mauersberg. Wie der Abend endete, kann ich leider nicht sagen. Als die Cocktailbar gegen 03:00 Uhr bis auf wenige Reste ausgetrunken war, bin ich vorzeitig nach Hause. Apropos ausgetrunken: Beim Frühschoppen am Sonntagvormittag wurde dann auch noch der verbliebene Rest des 1000 Liter fassenden Biertanks auf Grund gezogen. Wie groß daran der Anteil von Teilen des neuen Gemeinderates war, wird allerdings nicht verraten. Denn die Abordnung von "Pro Großrückerswalde" war in offizieller Mission am Skilift unterwegs. Damit sorgten sie für durchaus verblüffte Gesichter, denn Gemeindevertreter im Dienst waren bei Sportveranstaltungen in Mauersberg bislang ja eher nicht anzutreffen. Die großzügige Spende der Fraktion für die Neubeschaffung unserer Lichterecke auf dem "Simmerberg" überraschte zudem ebenfalls sehr positiv. Zum Thema Lichterecke findet ihr auch hier auf der Startseite weitere Informationen. Ein Projekt, welches sicherlich jedem Lichterdörfler am Herzen liegt. Doch zurück zum Thema: Die Spätsommernachtsparty und der Simson Speedhill war auch dieses Jahr wieder ein absolutes Highlight und es bleibt nichts anderes, als allen Beteiligten Neudeutsch ein "fettes Dankeschön" auszusprechen. Für 2020 hat Michael Noack bereits jetzt schon wieder Ideen im Hinterkopf, um noch einen draufzusetzen. Wen wundert´s eigentlich noch...? Freuen wir uns darauf und beenden den Bericht mit ein paar Fotos.

SG Mauersberg, Simson Speedhill

Heute mal angezogen: Pikachu Partick Drechsel. Foto: Anke

SG Mauersberg, Simson Speedhill

Ein Großteil der Starter. Foto: Neubert

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